Coronavirus: Informationen für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen
Rund 3.000 Menschen sind in der Stadt Salzburg an Demenz erkrankt. Machen wir Salzburg gemeinsam zur demenzfreundlichen Stadt!
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Coronavirus: Informationen für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen

Drei Tipps von Demenz-Experten Dr. Aschenbrenner, wie Betroffene mit der aktuellen Coronakrise umgehen können.

Im Moment sind viele Angebote des täglichen Lebens und damit auch viele Hilfestellungen für an Demenz erkrankte Personen ausgesetzt. Welche Dinge im Umgang mit der Krankheit sollte man derzeit besonders beachten, um Demenzerkrankte Personen bestmöglich durch die Krise zu begleiten?

Aus psychologischer Sicht ist es jetzt wichtig als Bezugsperson von Menschen mit Demenz, trotz der großen Herausforderung, Ruhe und eine gewisse Gefasstheit zu bewahren. Nehmen sie die Maßnahmen der Bunderegierung sehr ernst, aber verfallen sie nicht in Panik, weil dies auch die Beziehung zum Demenzbetroffenen maßgeblich negativ beeinflussen könnte. Menschen mit Demenz haben nämlich sogenannte „Emotionale Fühler“ und spüren negative Stimmungen auf besondere Weise. Wenn Sie selber starke Angst zeigen, überträgt sich diese Stimmung dann auch auf den Menschen mit Demenz, den sie betreuen. Dies kann zu einer emotionalen Negativspirale führen, die sich auch in Verhaltensauffälligkeiten beim Demenzbetroffenen widerspiegeln kann. Es besteht hier also eine gewisse Wechselseitigkeit: Bleiben sie ruhig und gefasst, bleibt auch die/der Demenzbetroffene mit einer höheren Wahrscheinlichkeit ruhig und gefasst.

Welche Möglichkeiten zur Gestaltung des Tagesablaufes sehen Sie als Experte unter den jetzt eingeschränkten Bedingungen. Gibt es Tipps und Tricks, um den Tagesablauf, trotz eingeschränktem Aktionsradius möglichst gut zu bewältigen?

Hier gilt nun das Motto: Versuchen im Rahmen der eingeschränkten Bedingungen alles zu tun, was in der gemeinsamen Beziehung zum Demenzbetroffenen Spaß macht. Dies führt auch zu einer Ablenkung vom Negativen. Überlegen sie, was der/dem Demenzbetroffenen Wohlfühlmomente im Alltag spenden kann. Hier steht das gemeinsame Tun im Vordergrund. Es muss nicht alles 100prozentig passen, sondern der Humor und die Ablenkung sollten im Vordergrund stehen. Wenn die/der Demenzbetroffene aber Ängste äußert, nehmen sie diese ernst und versuchen Sie sie zu einem positiveren Thema abzulenken. Dies funktioniert bei Demenzbetroffenen meistens sehr gut.

Worauf sollte man jetzt als Angehöriger besonders achten, um die erhöhte Belastung gut zu überstehen und selbst gut durch die Krise zu kommen?

Angehörige sollten jetzt gut in sich hinein hören. Wo sind meine Grenzen, was halte ich in dieser Situation alles aus? Jeder Mensch hat persönliche Grenzen und diese sollten auch in dieser herausfordernden Situation beachtet werden. Es ist klar, dass jetzt die Betreuungsmöglichkeiten für Menschen mit Demenz nicht optimal sind, das ist zurzeit die Realität. Reden Sie mit anderen über Ihre Belastungen und Gefühle. Suchen Sie auch nach Auszeiten, wenn möglich. Unsere Demenzberatung steht Ihnen auch in dieser Zeit mit unserem Expertenwissen telefonisch zur Verfügung. Lassen Sie sich telefonisch beraten, wenn sie Hilfe brauchen!

Dr. Aschenbrenner ist Gerontopsychologe und leitet die Demenzberatung der Diakonie in Salzburg

Leben mit Demenz/ Demenzberatung Diakoniewerk Salzburg
0664 85 82 682
Montag–Donnerstag, 8.00–12.00Uhr; Freitag, 8.00 – 11.00 Uhr